MERLIN GRÜNTZ

CHRONISCH ENTZÜNDLICHE DARMERKRANKUNGEN

CHRONISCH

ENTZÜNDLICHE DARMERKRANKUNGEN

 

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen umfasst eine Gruppe von Erkrankungen, zu denen insbesondere Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören. Diese Erkrankungen sind durch eine anhaltende Entzündung des Verdauungstrakts gekennzeichnet und können zu erheblichen Beschwerden und Einschränkungen im Alltag führen.

In Deutschland leben mehr als 300.000 Menschen mit der Diagnose von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Es wird geschätzt, dass 0,01% bis 0,1% der Bevölkerung davon Betroffen sind. Dabei sind die beiden Erkrankungsbilder etwa gleich viel vertreten.

 

Morbus Crohn

 

Beim Morbus Crohn besteht die Möglichkeit, dass sich alle Teile des Verdauungssystems vom Mund bis zum After entzünden, im Unterschied zur Colitis ulcerosa. Am häufigsten sind dabei das Ende des Dünndarms (terminales Ileum) und der benachbarte Dickdarm (Zökum, Colon ascendens) von Entzündungen betroffen. Die Krankheit zeichnet sich durch eine nicht zusammenhängende Entzündung der Darmwand aus, was bedeutet, dass gesundes Gewebe sich mit erkrankten Bereichen abwechselt.

 

Hier erklärt Prof. Dr. Siegmund die Diagnose Morbus Crohn

 

 

Colitis ulcerosa

 

Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine langfristige Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms (Colon). In der Regel beginnt die Entzündung im Enddarm (Rektum) und kann sich anschließend kontinuierlich auf weiter entfernte Teile des Dickdarms ausbreiten.

 

Hier erklärt Prof. Dr. Kruis die Diagnose Colitis ulcerosa

 

Colitis indeterminata

 

Etwa 10% der Fälle von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wurden als "Colitis indeterminata" bezeichnet, wenn auch die Koloskopie keine klare Diagnose von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erbracht hat. Trotz fortschrittlicher diagnostischer Verfahren bleibt die Unterscheidung zwischen Crohn und Colitis manchmal schwierig. Aus diesem Grund wird die Diagnose "Colitis indeterminata" als eine eigenständige, dritte Form von chronisch-entzündlicher Darmerkrankung anerkannt.

 

Ursachen von CED

 

Die Ursachen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind weiterhin unklar und resultieren aus einer komplexen Interaktion zwischen genetischer Variabilität, dem Immunsystem und Umweltfaktoren. Nach derzeitigem Kenntnisstand gilt die Ernährung als Risikofaktor für die Entwicklung von CED und eine wesentliche pathogene Rolle wird der Darmdysbiose zugeschrieben, die bei genetisch prädisponierten Personen eine abnorme Immunreaktion der Schleimhaut auslöst. Frühe Ereignisse im Leben, wie Geburt, Stillen und die Einnahme von Antibiotika, sowie spätere Ereignisse in der Kindheit können potenzielle Risikofaktoren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sein. Die Verschmutzung der Luft, die aufgrund der zunehmenden Umweltverschmutzung durch verschiedene Substanzen entsteht, wird ebenfalls mit CED in Verbindung gebracht. Bestandteile wie Feinstaub können die Schleimhautabwehr des Körpers beeinflussen und Immunreaktionen auslösen. Ein weiterer untersuchter Faktor ist die Hypoxie, die bei Aufenthalten in großen Höhen auftreten kann und möglicherweise CED Schübe auslöst.

 

Hier erklärt Prof. Dr. Raedler die Ursachen von CED

Oft gestellte Fragen zu CED

 

Der Verlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann von Person zu Person stark variieren. Einige Menschen haben nur leichte Beschwerden und erleben selten oder vereinzelt Krankheitsschübe, während bei anderen die Entzündung kontinuierlich aktiv ist oder es zu Komplikationen kommt. Leider ist es schwer vorherzusagen, ob und wann die chronisch-entzündliche Darmerkrankung nach einer Ruhephase wieder auftritt und wie lange diese Aktivitätsphase anhält. Diese Unvorhersehbarkeit wird von vielen Menschen mit CED als belastend empfunden. Es ist jedoch wichtig, eine effektive Behandlung zu gewährleisten. Das Ziel der Therapie besteht nicht nur darin, akute Beschwerden zu lindern, sondern auch Rückfälle zu verhindern. Gemeinsam mit einem Gastroenterologen kann eine geeignete Behandlungsstrategie für Sie gefunden werden

Die Diagnose von Morbus Crohn & Colitis ulcerosa ist komplex, da es keinen einzelnen Test gibt, der die Erkrankung eindeutig feststellen kann. Wenn Sie beim Arzt über die oben genannten Symptome sprechen, kann dieser bereits einen Verdacht haben. Es werden dann verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt, einschließlich Stuhltests. Die wichtigste Untersuchung ist jedoch die Darmspiegelung, auch bekannt als Koloskopie. Dabei können Gewebeproben entnommen werden, die für weitere Analysen und die Diagnosestellung von Bedeutung sind. Es ist auch wichtig, andere Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Es ist sinnvoll, sich bei DCCV (Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung) als Patient mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) anzumelden, da dies viele Vorteile bietet. Hier sind einige Gründe, warum eine Anmeldung von Nutzen sein kann:

 

Gemeinschaft und Austausch: Durch die Mitgliedschaft bei DCCV erhalten Sie Zugang zu einer Gemeinschaft von Menschen, die ähnliche Erfahrungen mit CED machen. Der Austausch von Informationen, Tipps und Erfahrungen kann sehr wertvoll sein und Ihnen das Gefühl geben, dass Sie nicht allein sind.

 

Unterstützung und Beratung: DCCV bietet eine Vielzahl von Unterstützungs- und Beratungsangeboten an, die speziell auf CED-Patienten zugeschnitten sind. Dies kann telefonische Beratung, Online-Foren, Selbsthilfegruppen und persönliche Treffen umfassen. Sie können von den Erfahrungen anderer profitieren und wertvolle Ratschläge erhalten.

 

Informationsquelle: DCCV bietet umfangreiche Informationen über CED, einschließlich aktueller Forschungsergebnisse, Behandlungsoptionen, Ernährungsempfehlungen und vielem mehr. Dies ermöglicht es Ihnen, besser informierte Entscheidungen über Ihre eigene Gesundheit zu treffen.

 

Interessenvertretung: DCCV setzt sich aktiv für die Belange von CED-Patienten ein und vertritt ihre Interessen gegenüber Politikern, Ärzten und der Öffentlichkeit. Als Mitglied können Sie Teil dieser Stimme sein und dazu beitragen, die Situation von CED-Patienten zu verbessern.

 

Veranstaltungen und Weiterbildung: DCCV organisiert regelmäßig Veranstaltungen, Schulungen und Seminare zu verschiedenen Themen rund um CED. Diese bieten Ihnen die Möglichkeit, sich weiterzubilden, Experten zu treffen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

 

Die Anmeldung bei DCCV als CED-Patient bietet Ihnen somit die Möglichkeit, Teil einer unterstützenden Gemeinschaft zu sein, wertvolle Informationen und Beratung zu erhalten, Ihre Interessen zu vertreten und sich weiterzubilden. Es kann dazu beitragen, Ihre Lebensqualität mit CED zu verbessern und Sie in Ihrem Umgang mit der Krankheit zu unterstützen.

Es ist wichtig, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auf Stress zu achten, da Stress einen erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann. Hier sind einige Gründe, warum Stressmanagement bei CED von Bedeutung ist:

 

Auslöser von Schüben: Stress kann als Auslöser für Krankheitsschübe bei CED wirken. Stress kann das Immunsystem beeinflussen und Entzündungsreaktionen im Darm verstärken. Menschen mit CED berichten oft, dass sie während stressiger Phasen vermehrt Symptome haben.

 

Verstärkung von Symptomen: Stress kann die Symptome von CED, wie Bauchschmerzen, Durchfall und Müdigkeit, verstärken. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen und den Alltag erschweren.

 

Beeinflussung des Darmmikrobioms: Stress kann die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern. Ein Ungleichgewicht im Mikrobiom kann die Entzündungsreaktionen im Darm verstärken und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.

 

Bewältigung der Krankheit: Der Umgang mit einer chronischen Erkrankung wie CED kann selbst stressig sein. Stressmanagementtechniken können dabei helfen, den Stress zu reduzieren und die psychische Belastung zu bewältigen. Dies kann zu einem besseren Umgang mit der Krankheit und einer verbesserten Lebensqualität beitragen.

 

Einfluss auf die Therapie: Stress kann die Wirkung der medizinischen Behandlung von CED beeinflussen. Es wurde beobachtet, dass Stress die Wirksamkeit einiger Medikamente verringern kann.

 

Durch Stressmanagement kann die Effektivität der Behandlung optimiert werden.

Es ist wichtig, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ausreichend zu schlafen, da Schlaf einen signifikanten Einfluss auf das Immunsystem und den Entzündungsprozess hat. Hier sind einige Gründe, warum ausreichender Schlaf bei CED von Bedeutung ist, unter Berücksichtigung der Psychoneuroimmunologie:

 

Immunsystem: Schlaf spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems. Während des Schlafs werden bestimmte Immunzellen aktiviert, die eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Entzündungen spielen. Ausreichender Schlaf ermöglicht es dem Immunsystem, effektiv zu funktionieren und Entzündungsreaktionen im Körper zu regulieren.

 

Entzündungsreaktionen: Schlafmangel kann zu einer erhöhten Produktion von entzündlichen Proteinen führen. Chronische Entzündungen sind charakteristisch für CED und können zu Symptomen und Schüben führen. Durch ausreichenden Schlaf kann die Entzündungsreaktion im Körper besser kontrolliert werden.

 

Stressreduktion: Schlafmangel kann zu einem erhöhten Stressniveau führen. Stress ist ein bekannter Faktor, der die Symptome von CED verschlimmern kann. Ausreichender Schlaf hilft dabei, Stress abzubauen und das Stressniveau zu senken, was wiederum zu einer besseren Bewältigung der Krankheit beitragen kann.

 

Regeneration und Heilung: Schlaf ist eine wichtige Zeit für die Regeneration und Heilung des Körpers. Bei CED sind Schleimhautschäden und Entzündungen im Darm häufig. Ausreichender Schlaf ermöglicht eine verbesserte Regeneration der geschädigten Gewebe und unterstützt den Heilungsprozess.

 

Allgemeines Wohlbefinden: Ausreichender Schlaf trägt zu einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden bei. CED kann zu Müdigkeit und Erschöpfung führen, und ausreichender Schlaf hilft, diese Symptome zu lindern und die Energielevels zu verbessern.

 

Die Psychoneuroimmunologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen psychologischen Prozessen, dem Nervensystem und dem Immunsystem. Schlaf ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Zusammenhänge, da er sowohl das psychische Wohlbefinden als auch die neurologischen und immunologischen Funktionen beeinflusst.

Es ist wichtig, genügend Schlaf zu bekommen, um die Entzündungsreaktionen im Körper zu kontrollieren, Stress zu reduzieren, die Regeneration zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Eine gesunde Schlafhygiene, wie regelmäßige Schlafenszeiten, ein angenehmes Schlafumfeld und die Vermeidung von Schlafstörungen, kann dazu beitragen, die Qualität und Dauer des Schlafs zu optimieren.

CED-Patienten können sich manchmal isoliert fühlen, weil ihre Erkrankung bestimmte Herausforderungen und Einschränkungen mit sich bringt, die von anderen schwer nachvollzogen werden können. Hier sind einige Gründe, warum CED-Patienten sich isoliert fühlen können:

 

Unsichtbare Erkrankung: CED ist eine unsichtbare Erkrankung, was bedeutet, dass die Symptome und der Schweregrad der Erkrankung für Außenstehende nicht offensichtlich sind. Dies kann zu Missverständnissen oder fehlendem Verständnis führen, da andere Menschen die Auswirkungen der Erkrankung möglicherweise nicht vollständig erkennen.

 

Tabuisierung und Stigmatisierung: Darmerkrankungen werden oft als unangenehm oder peinlich angesehen, was zu Tabuisierung und Stigmatisierung führen kann. CED-Patienten können sich aufgrund von Schamgefühlen oder Vorurteilen davor scheuen, über ihre Erkrankung zu sprechen und somit ihre Erfahrungen und Herausforderungen mit anderen zu teilen.

 

Unvorhersehbarkeit und Einschränkungen: CED kann unvorhersehbare Schübe und Symptome mit sich bringen, die den Alltag der Patienten stark beeinflussen können. Dies kann zu Einschränkungen in Bezug auf Aktivitäten, Arbeitsfähigkeit und soziale Teilhabe führen. Das Gefühl, sich immer wieder anpassen und einschränken zu müssen, kann zu einem Gefühl der Isolation führen.

 

Soziale Barrieren: Die Notwendigkeit von häufigen Arztbesuchen, Medikamenteneinnahmen und speziellen Diäten kann soziale Barrieren schaffen. CED-Patienten können sich möglicherweise von bestimmten Aktivitäten oder sozialen Veranstaltungen fernhalten, um ihre Gesundheit zu wahren. Dies kann zu einem Gefühl der Trennung von Freunden, Familie und sozialen Kreisen führen.

 

Mangelnde Unterstützung und Verständnis: Nicht jeder kann die Erfahrungen und Herausforderungen von CED-Patienten vollständig verstehen. Das Fehlen von Unterstützung und Verständnis seitens der Familie, Freunde oder der Gesellschaft insgesamt kann zu einem Gefühl der Isolation und des Alleingelassenseins führen.

 

Es ist wichtig zu beachten, dass jeder CED-Patient unterschiedlich ist und seine eigenen Erfahrungen hat. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, sich mit anderen in ähnlichen Situationen zu verbinden und Unterstützung zu finden, wie zum Beispiel durch Selbsthilfegruppen, Online-Foren, Patientenorganisationen oder den Austausch mit anderen Betroffenen. Durch den Aufbau von Netzwerken und den Austausch von Erfahrungen können sich CED-Patienten weniger isoliert fühlen und wertvolle Unterstützung erhalten.

Merlin Grüntz

 

Telefon Mobil: 0178/6356949


E-Mail: kontakt@coachmeindarm.de


Website: www.coachmeindarm.de

 

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Einblicke: Blog- Artikel

 

 

Cannabis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Zwischen Hoffnung und Forschung

 

Liebe Mitstreiter im Kampf gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, wir wissen alle, wie komplex und belastend diese Erkrankung sein kann, nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Ich halte es aber für wichtig, soweit wie möglich objektiv zu bleiben und keine subjektiven Bewertungen einzubeziehen. Wir sollten uns auf die Fakten konzentrieren und gemeinsam nach Lösungen suchen, die für viele Betroffene von Nutzen sein können. In der Suche nach Linderung und alternativen Therapieansätzen haben einige von euch vielleicht schon von den potenziellen positiven Effekten von medizinischem Cannabis gehört. In diesem Blogbeitrag möchte ich gerne wichtige aktuelle Studien vorstellen, die den Zusammenhang zwischen Cannabis und CED beleuchten.

 

 Studien zu Cannabis und Morbus Crohn

Die erste Studie untersucht die Wirksamkeit von Cannabis bei Morbus Crohn. Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich zwei Cannabiszigaretten mit dem Äquivalent von 230 mg THC. Die Ergebnisse zeigen, dass in der Behandlungsgruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine statistisch signifikante Abnahme des Crohn's Disease Activity Index (CDAI) zu verzeichnen war. Das bedeutet, dass sich die Symptome verbessert haben. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass diese Verbesserung nach einer zweiwöchigen Abstinenzphase wieder verloren ging.
 


Eine weitere Studie, die CBD-Öl bei Patienten mit aktivem Morbus Crohn untersuchte, zeigte Sicherheit, aber keinen signifikanten Effekt auf die Remission. Hier erhielten 20 Patienten entweder ein Placebo oder zweimal täglich 10 mg CBD über einen Zeitraum von acht Wochen. Interessanterweise hatten viele der Studienteilnehmer bereits andere medikamentöse Therapien erfolglos ausprobiert. Die Autoren der Studie spekulieren, dass die verwendete niedrige Dosis möglicherweise nicht ausreichend war und weitere Forschung notwendig ist.

 

Was bedeutet dies für Patienten mit Morbus Crohn?

Es scheint Hinweise auf eine positive Wirkung von Cannabis bei Morbus Crohn zu geben, zumindest was die Linderung der Symptome betrifft. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, und es ist weitere Forschung erforderlich, um die optimale Dosierung und die langfristigen Auswirkungen zu verstehen. Wenn konventionelle Therapien nicht ausreichend wirken, kann es sinnvoll sein, mit dem Arzt über die Möglichkeit der Integration von Cannabis zu sprechen.

 

Studie 2: Cannabis bei Colitis ulcerosa

Die erste randomisierte Studie zu Cannabis bei Colitis ulcerosa zeigte vielversprechende Ergebnisse. Hier wurde THC-reiches Cannabis verwendet und objektive Entzündungsparameter wie C-reaktives Protein (CRP), fäkales Calprotectin und endoskopische Krankheitsaktivität gemessen. Obwohl der Unterschied in der Reduktion von CRP und fäkalem Calprotectin im Vergleich zur Placebo-Gruppe nicht signifikant war, zeigte sich eine signifikante Reduktion des Mayo-Scores in der Behandlungsgruppe.

 

Was bedeutet das für Patienten mit Colitis ulcerosa?

Die Ergebnisse sind vielversprechend, insbesondere da sie objektive Parameter berücksichtigen. Cannabis könnte eine Rolle bei der Induktion einer Remission spielen, aber auch hier sind weitere Studien erforderlich. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Cannabis nicht für alle gleich ist und dass es Unterschiede in der Reaktion zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn geben kann.

 

Die Rolle von Cannabis bei viszeralen Schmerzen bei CED:

Cannabis und seine Bestandteile können die Schmerzwahrnehmung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beeinflussen. Insbesondere abdominale Schmerzen, ein häufiges und belastendes Symptom von CED, könnten durch die Verwendung von Cannabisprodukten gelindert werden. Obwohl die genaue Wirkungsweise noch nicht vollständig verstanden ist, spielen die Signalwege von Cannabinoiden eine wichtige Rolle bei der Modulation von Schmerzempfindungen im Magen-Darm-Trakt.


Der Stand der Forschung bei Schmerzen:

Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis bei der Behandlung der zugrunde liegenden Entzündung von CED nur begrenzte klinische Belege für seine Wirksamkeit aufweist. Allerdings gibt es vielversprechende Hinweise darauf, dass es bei der Linderung von Schmerzen und damit verbundenen Symptomen helfen kann. Eine umfassendere und differenzierte Erforschung der Wirkungen von Cannabis und seinen Derivaten auf viszerale Schmerzen sowie auf die Entzündungsprozesse bei CED ist jedoch unerlässlich.


Die Verwendung von Cannabis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zeigt vielversprechende Ansätze zur Schmerzlinderung. Jedoch sind weiterführende Forschung und gut kontrollierte klinische Studien erforderlich, um fundierte Empfehlungen für die klinische Anwendung aussprechen zu können.

 

 

Einsatz von Cannabis zur Linderung von Fatigue Syndrom bei CED-Patienten:

Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse bezüglich des potenziellen Einsatzes von Cannabis zur Bewältigung von Müdigkeit bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Die Studie mit 1.224 Teilnehmern ergab, dass der Konsum von kommerziell erhältlichen Cannabisblüten bei durchschnittlich 91,94% der Probanden zu einer signifikanten Verringerung der Fatigue führte. Die Symptomintensität wurde durchschnittlich um 3,48 Punkte auf einer 0-10 Visuellen Analogskala reduziert. Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Symptomlinderung zwischen den als 'C. indica', 'C. sativa' oder 'hybrid' bezeichneten Pflanzenphänotypen.

 

Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabis eine vielversprechende Option zur Bewältigung des Fatigue-Syndroms bei CED-Patienten darstellt. Obwohl die genaue Wirkungsweise noch weiter erforscht werden muss, berichtete die Mehrheit der Studienteilnehmer von einer spürbaren Verbesserung der Erschöpfungssymptome nach dem Cannabiskonsum. Es ist wichtig zu beachten, dass individuelle Erfahrungen variieren können.

 

Allgemeine Erwägungen und Risiken

Es ist wichtig, die möglichen Risiken zu verstehen. Eine Studie betont, dass die Begeisterung für die Verschreibung von medizinischem Cannabis nicht dazu führen sollte, dass bewährte medizinische Therapien ersetzt werden. Dosierung, Verabreichungsweg und mögliche Nebenwirkungen müssen sorgfältig abgewogen werden. Auch die Verfügbarkeit von sicheren und standardisierten Cannabinoidprodukten ist für eine zuverlässige Anwendung entscheidend.

 

Wie konsumiere ich medizinisches Cannabis sicher?

Für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), insbesondere Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, empfehlen ich nach den vorliegenden Forschungsergebnissen die ausschließliche Verwendung von medizinischen Vaporizern zur Linderung ihrer Symptome.

 

Die In-vitro-Validierung von fünf handelsüblichen Vaporizern zeigt, dass elektrisch betriebene Vaporizer wie Volcano Medic®, Plenty Vaporizer®, Arizer Solo® und DaVinci Vaporizer® eine effiziente Decarboxylierung inaktiver saurer Cannabinoide ermöglichen. Dabei werden die neutralen, aktiven Cannabinoide zuverlässig freigesetzt. Die Rückgewinnungsraten und Decarboxylierungseffizienz für THC (≥ 97,3%) und CBD (≥ 94,6%) sind hervorragend bei diesen Geräten.

 

Die Verwendung von medizinischen Vaporizern bietet eine sichere und effiziente Methode zur Verabreichung von medizinischem Cannabis. Hierbei wird das Risiko von schädlichen Verbrennungsnebenprodukten minimiert und eine zuverlässige Freisetzung der wirksamen Bestandteile gewährleistet.

 

Fazit: Mit Bedacht entscheiden

Für CED-Patienten ist es wichtig zu verstehen, dass die Verwendung von medizinischem Cannabis nicht als Ersatz für konventionelle Therapien angesehen werden sollte. Obwohl die Forschung vielversprechende Ansätze zeigt, sind weitere Studien notwendig, um die optimale Anwendung, Dosierung und Langzeitwirkung zu verstehen. Ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist entscheidend, um Risiken und Nutzen individuell abzuwägen.

 

Jeder Fall von CED ist einzigartig, und was bei einem Patienten funktioniert, muss bei einem anderen nicht unbedingt auch funktionieren. Letztendlich sollten Patienten in Zusammenarbeit mit ihren Ärzten eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob die Einbeziehung von medizinischem Cannabis in ihre Behandlungsstrategie sinnvoll ist.

 

 

 

Quellen:

 

Cannabis and the Gastrointestinal Tract

Lawrence B. Cohen1, Manuela G. Neuman

 

Cannabis and Turmeric as Complementary Treatments for IBD and Other Digestive Diseases

Sandra M Quezada  1 , Raymond K Cross  2

 

Cannabis and Cannabis Derivatives for Abdominal Pain Management in Inflammatory Bowel Disease

Kaleb Bogale Wesley Raup-Konsavage; Shannon Dalessio; Kent Vrana ;Matthew D. Coates

 

 

The Effects of Consuming Cannabis Flower for Treatment of Fatigue

Xiaoxue Li; Jegason P. Diviant; Sarah S. Stith; Franco Brockelman; Keenan Keeling ; Branden Hall ; Jacob M. Vigil

 

 

Medicinal Cannabis: In Vitro Validation of Vaporizers for the Smoke-Free Inhalation of Cannabis

Christian Lanz, Johan Mattsson, Umut Soydaner, Rudolf Brenneisen